China; 65 Millionen Tode

Das zwanzigste Jahrhundert war für das chinesische Volk sehr schwer. Es begann mit dem Zusammenbruch der Kaiserdynastie im Jahre 1911. Aus den Trümmern des Reiches kämpften Provinz Warlords um die Macht und das kostete vielen Menschen das Leben. Der Westen forderte eine „Offene Tür“ nach China und freien Zugang zu den Märkten Europas und Amerikas, was diese Warlords allerdings verweigerten. Japan sah sich als Retter seiner alten kulturellen Herkunft (und deren lukrativen Märkte), indem sie sich Chinas Machtvakuum zu nutze machen wollten. Chinas Nationalisten wollten die Nation zu vereinen und alle Ausländer rauswerfen zum Nutzen Chinas.

Die kleine Kommunistische Partei Chinas mit 420 Mitglieder und somit auch ein „Kind“ Moskaus, verlangte das sich die Armen der Nation vereinen müssen um die Reichen zu vernichten. Im Jahr 1923 ordnete die Komintern in Moskau an, heftige Proteste im Hinterland Chinas zu organisieren und die Nationalisten mit einzubeziehen.

Unter der Schirmherrschaft der Nationalisten, wuchs die Zahl der Mitglieder der KPC (Kommunistische Partei Chinas) auf über 57.000 Mitgliedern an. Eine Zahl die den nationalistischen Chef, Chiang Kai-shek alarmierte, da er selbst eine militärischen Putsch gegen Chinas Warlords organisierte. Im Mai dieses Jahres vernichtete Chiang die Kommunisten in Shanghai, und schickte Tausend der KPCh-Führung in den Untergrund. Mao, entkam jedoch die Säuberung. Er hatte Bauern im gebirgigen Südosten Chinas befohlen sich zu organisieren und zu bewaffnen. Sie wurden die einzige kommunistische Macht unter Mao und liquidierten 4400 Kämpfer sogenannter „Anti-Bolschewiki“ im Dezember 1930. Gewalt war ein Markenzeichen von Maos politische Theorie geworden. Er selbst erklärte es so: “ Eine Revolution ist kein Dinner-Party. . . es ist ein Akt der Gewalt, durch die eine Klasse die andere stürzt.“ Revolution = Staatsstreich.

Maos Kräfte wurden von den Nationalistischen Truppen Chiangs eingekesselt und so gezwungen auszubrechen und zu fliehen. Diese Flucht wurde Legendär und als der „Lange Marsch“ bekannt. Dadurch konnten sich seine Truppen den Zugriff der Nationalisten Armee entziehen. Zuerst ging die Flucht nach Westen, danach nach Norden in die Nähe der von den sowjetischen Truppen kontrollierte Wüste Gobi.  Seit 1932 hält Japan die Mandschurei besetzt und hatte mehrere Verbündete Provinz-Warlords. Aufgehetzt durch die kommunistische Partei Chinas, so sagt man, griffen die Truppen Chiangs an der Marco-Polo-Brücke in der Nähe von Peking, die Truppen Japans an. Durch diese Aktion wurden Chiangs Truppen von den flüchtenden kommunistischen Truppen Maos abgelenkt und die Flucht Maos gelang.

Durch die Kämpfe Chiangs mit Japan, hatten Maos Kommunisten auf ihren sogenannten „befreiten Gebieten“ Zeit, mehrere zehn Millionen Menschen von ihrer kommunistischen Ideologie mit Propaganda, Gewalt und Mord zu „überzeugen“. Besonders das Kleinbürgertum und Grundbesitzer waren ihr Ziel. Mao selbst erinnerte sich, daß ohne diese Ruhepause durch die kriegerische Bindung der Nationalistischen Truppen mit den japanischen Truppen, die Kommunisten wahrscheinlich geschlagen wurden wären. Aber so hatten sie 10 Jahre Zeit bis zum Ende des 2. Weltkrieges ihre Macht in den besetzten Gebieten auszubauen.

Als in der Vergangenheit, Japan China angriff, besetze Japan den größten Teil Chinas, jetzt sind die japanischen „Kapitalisten“ etwas anders eingestellt und in Gesprächen bereuen sie die Aggression Japans gegen China.

Maos Truppen entschieden sich den japanischen Truppen aus dem Weg zugehen. Er hatte seine Truppen in große Guerilla-Truppen eingeteilt und in ganz China verteilt, außer in der Mandschurei und Nordchina wo Japan seine regulären Truppen unterhielt.

Am 9.August 1945, der Tag an dem die Atombombe auf Nagasaki fiel und Japan zur Kapitulation gezwungen wurde, zog die Sowjetische Armee los und entwaffnete alle sich in der Mandschurei befindlichen 1,2 Millionen japanischen Soldaten und sicherte so Maos Truppen den Vorstoß und die Besetzung der Mandschurei. Gut versorgt und ausgeruht kamen die kommunistischen Truppen dort an. Im Gegenzug waren die Truppen Dschians nach 9 Jahren Krieg mit den Japanern und durch die Streitereien der Warlords untereinander, erschöpft und zerrissen.

Präsident Truman hatte das Vertrauen in Chiangs Truppen verloren. Er unterstütze die Nationalen Truppen mit Waffen und mehr als 2 Milliarden US-Dollar zwischen 1945 und 1949 aber für soviel Unterstützung bekam er zu wenig zurück, fand er. Er war der Meinung, die Niederlage lag weniger an der Unterstützung sondern an der Korruption innerhalb der Nationalisten.

Der Kongreß blockierte auch die letzte Anstrengung Trumans für noch mehr finanzielle Unterstützung für Chiangs Nationalisten Truppen, so das diese Truppen nun gezwungen wurden, sich über die Taiwanstraße zurückzuziehen.

Am 1. Oktober 1949 wurde Mao Zedong und seine Kommunistische Partei Chinas zum neuen Führer Chinas ernannt. Das chinesische Volk hoffte nun endlich eine neue Ära Chinas und den Aufstieg in eine friedliche und wirtschaftlich starke Nation.

Aber es sollte nicht so sein.

Im Juni 1950 drangen chinesische Truppen mit Unterstützung der Sowjetunion in Nordkorea ein. Bis zum 2. Oktober stand Mao fast allein da und schickte über eine Million Soldaten, sogenannte „Volksfreiwillige“, an die Front. Inzwischen wurde Korea von US Truppen unterstützt, die nun schon bis an die Ufern des Flusses Yalu standen.

Bis Mitte 1953 der Panmunjom Waffenstillstand unterzeichnet wurde, starben mehrere Tausend chinesische Soldaten in diesem Krieg, außerdem hatte China zusätzlich noch 700 Millionen $ Schulden an die Sowjetunion zu zahlen.

Abseits vom kriegerischen Schlachtfeld Chinas, führten Chinas Machthaber auch einen unerbittlichen Kampf gegen das eigene Volk. Im Jahr 1949 wurde die Landreform beschlossen was dazu führte, das die Willkür in diesen ländliche Gebiete einzog. Jeder der sich weigerte, selbst der kleinste Bauer, wurde mit dem Tode bestraft sobald er sich weigerte. Kein Gericht, sondern Parteifunktionäre entschieden, wer Besitz abgeben mußte und wer nicht. Von 1949 – 1952 wurden so schätzungsweise mehr als fünf Millionen Menschen hingerichtet. Danach kam die Säuberungen in den eigenen Reihen die keinen Unterschied machten ob das Parteimitglied loyal zur Partei standen oder nicht. Hier gehen die Zahlen auseinander, die chinesische kommunistische Partei selbst spricht von mehreren Hunderttausend, unabhängige Beobachter kommen auf eine Millionen und mehr Opfer.

Der „Große Sprung nach vorn“, wie Mao seine Aktion nannte, die die Industrialisierung Chinas und die Bodenreform in einem Wort zusammenfaßte, ging nach hinten los. Sogenannte Hinterhof Hochöfen zur Stahlerzeugung scheiterte an der sehr schlechten Qualität des Stahls, die Landreform begleitet von einer Dürreperiode 1959 und Naturkatastrophen innerhalb drei Jahre in verschiedenen Landesteilen Chinas, brachte eine Hungersnot nach China die weiteren 36 Millionen Chinesen das Leben kostete.

Durch die Fehlschläge geschwächt und in die defensive gedrängt, inszenierte Mao 1966 die „Große Proletarische Kulturrevolution“. Das Riesenland verfiel in Chaos und Stagnation.  Die „Rote Garde“, eine ein Millionen Truppe aus  Schülern, Lehrern und Studenten mit einer roten Armbinde, übernahmen jetzt auf Maos Befehl, die Kontrolle dieser Kulturrevolution. Schüler und Studenten in ganz China kritisierten Lehrer und Parteikader, sie warfen ihnen vor, den „Kapitalistischen Weg“ eingeschlagen zu haben. Diese Menschen wurden, zum Zeichen der Schande, „Schandhüte“ aufgesetzt, oder klebte ihnen kommunistische Parolen und Plakate auf dem Rücken. Auch tätliche Angriffe waren nicht selten. Diese Kader und Lehrer mußten auch Schilder mit ihrem durchgestrichen Namen um den Hals tragen und ihre sogenannten „Verbrechen“ öffentlich gestehen. Die Folge davon, war der Suizid dieser Menschen aus der Demütigung heraus.

Das bekannteste Opfer dieser „Kulturrevolution“war Tibet. Der größte Teil der Klöster und historischen Stätten wurden zerstört, da sie nicht ins Bild des Kommunismus paßten. Die gesamte Kultur Tibets wurde verboten, ausgeraubt, zerstört und verboten.

Mao wurde von den Anhängern und der Kommunistischen Partei als „Halbgott“ gesehen. Diese hirnlose Phase der Massenpsychose dauerte drei Jahre und endete 1969 mit der Aktion“ Jugend auf Land“ was nichts anderes war als, die Jugend ins Hinterland abzuschieben und ihre „sozialistische Erziehung“ fortzusetzen.

Nach Maos tot wurden seine Frau und seine engsten Helfer „Gang of Four“ genannt, und persönlich für den Tod von 34800 unschuldigen Menschen verantwortlich gemacht. Darunter auch 16222 Mitglieder der „Inner Mongolian People’s Party“, (Innere Mongolei Revolutionäre Volkspartei) die mit Zustimmung und Unterstützung der kommunistischen russischen Komintern 1920 gegründet wurde. 1976 im Zuge der Kulturrevolution wurden eben deren 16222 Mitglieder ermordet. Diese Anschuldigung des engsten Kreises Maos wurden aber von der kommunistischen Partei schlußendlich unter den Tisch gekehrt.

Im Jahr 2009 wurde Hu Jintao zum mächtigsten Mann Chinas, aber auch er lobt Mao noch in den höchsten Tönen und lehnt es strikt ab, Mao zu kritisieren. Seine politische Entscheidung die Kulturrevolution durchzuführen, sowie die tödlichen Folgen der Kulturrevolution sind über jeden Zweifel erhaben.

 

 

 

 

 

 

 

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